Ratgeber · KI-Sichtbarkeit

KI-Sichtbarkeit messen und prüfen: Methoden, Werkzeuge, Grenzen

„Werde ich in ChatGPT genannt?“ lässt sich prüfen, aber nicht auf zwei Nachkommastellen messen. Ich zeige, wie Sie den Stand Ihres Betriebs verlässlich erfassen, was Werkzeuge dabei leisten und woran Sie erkennen, ob sich etwas verbessert.

Warum es keinen exakten Wert gibt

Bei Google konnte man jahrelang eine Position ablesen: Platz 3 für „Zahnarzt Leverkusen“. KI-Antworten funktionieren anders. Dieselbe Frage kann heute drei Betriebe nennen und morgen zwei andere, je nach Formulierung, Tageszeit, Modellversion und den Quellen, die das System gerade heranzieht. Eine „Position“ gibt es nicht, nur eine Häufigkeit: Wie oft, über mehrere Anfragen hinweg, werden Sie genannt, und mit welchen Angaben?

Das ist keine schlechte Nachricht, sondern eine Einordnung. Wer Ihnen eine exakte KI-Sichtbarkeitszahl verkauft, misst etwas, das sich am nächsten Tag verschiebt. Was sich verlässlich feststellen lässt: ob die Systeme Sie überhaupt kennen, ob die Angaben stimmen und ob Sie bei den Fragen, die zu Anfragen führen, regelmäßig dabei sind.

Die Drei-Fragen-Methode

Sie brauchen dafür keine Werkzeuge, nur eine halbe Stunde und eine Tabelle. Stellen Sie in ChatGPT (mit eingeschalteter Websuche), in Perplexity und im KI-Modus von Google jeweils drei Fragen:

  • Die Ortsfrage: „Welcher [Leistung] in [Ort] ist empfehlenswert?“
  • Die Spezialfrage: „[Leistung] in [Stadtteil], der [Besonderheit, die Sie bieten]“
  • Die Namensfrage: „Was weißt du über [Ihr Betrieb] in [Ort]?“

Notieren Sie je System: Wer wird genannt? Sind Sie dabei? Welche Angaben macht das System über Sie, und stimmen sie? Wiederholen Sie die Ortsfrage und die Spezialfrage an einem anderen Tag noch einmal, weil die Antworten schwanken. Damit haben Sie in einer Tabelle den Stand: sechs Fragen, drei Systeme, zwei Durchläufe.

Die Namensfrage ist die aufschlussreichste. Wenn dort eine alte Adresse, falsche Öffnungszeiten oder eine Leistung steht, die Sie nicht anbieten, hat das System widersprüchliche Quellen gefunden. Genau diese Quellen (altes Branchenverzeichnis, verwaistes Profil, veraltete Unterseite) sind dann die erste Baustelle.

Was Werkzeuge leisten

Große SEO-Werkzeuge bieten inzwischen Module für KI-Sichtbarkeit an: Sie stellen automatisiert viele Fragen an die Systeme und zählen, wie oft eine Domain als Quelle oder ein Name in der Antwort auftaucht. Das ist für große Marken mit hunderten Suchbegriffen nützlich. Für einen lokalen Betrieb mit zehn relevanten Fragen ist der Aufwand meist nicht gerechtfertigt; die Drei-Fragen-Methode liefert dieselbe Erkenntnis.

Nützlich sind dagegen zwei kostenlose Dinge: die Search Console von Google, um zu sehen, ob Ihre Leistungsseiten überhaupt indexiert sind und für welche Suchen sie Eindrücke bekommen, und die Statistik Ihres Google-Unternehmensprofils, die zeigt, wie oft das Profil in Suchen erschienen ist. Beides misst nicht die KI-Nennung direkt, zeigt aber, ob die Quellen stimmen, aus denen die Nennung entsteht.

Woran Sie Fortschritt erkennen

Vier Signale, in dieser Reihenfolge. Erstens: Die Namensfrage liefert korrekte Angaben; die Fehler von vorher sind weg. Zweitens: Bei der Spezialfrage sind Sie in mindestens zwei von drei Systemen dabei. Drittens: Bei der Ortsfrage tauchen Sie regelmäßig auf, nicht nur einmal. Viertens, und das ist das Einzige, was zählt: Neue Kunden sagen am Telefon oder im Formular, dass sie Sie über ChatGPT oder die Google-KI gefunden haben. Fragen Sie danach; ein Feld „Wie sind Sie auf uns gekommen?“ im Anfrageformular reicht.

Rechnen Sie in Wochen, nicht in Tagen. Die Systeme lesen Ihre Seiten nicht täglich neu, und Änderungen an Verzeichnissen brauchen Zeit, bis sie überall angekommen sind. Ein Vergleich alle vier bis sechs Wochen ist ein guter Rhythmus.

Wenn Sie fehlen: die häufigsten Ursachen

In der Reihenfolge, in der ich sie bei Betrieben sehe: Die Website erklärt Leistungen nicht, sondern listet sie nur auf. Name, Adresse oder Telefon stehen in Verzeichnissen unterschiedlich. Das Google-Unternehmensprofil ist unvollständig oder es gibt ein zweites, verwaistes. Inhalte werden per Skript nachgeladen und sind für Crawler unsichtbar. Der Stadtteil steht nirgends im Text. Und schließlich: Es gibt zu wenige Quellen, die dieselben Fakten bestätigen (Verzeichnisse, Bewertungen, Erwähnungen).

Jede dieser Ursachen lässt sich beheben. Was das im Einzelnen bedeutet, steht auf der Leistungsseite KI-Sichtbarkeit. Wenn Sie den Stand nicht selbst erheben möchten: Ich mache den KI-Sichtbarkeitscheck kostenlos, persönlich und mit einer Einordnung, was zuerst zu tun ist.

ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google sind Marken der jeweiligen Anbieter. Ich stehe mit keinem dieser Anbieter in einer Partnerschaft und habe keinen Einfluss darauf, was ihre Systeme antworten.

Häufige Fragen

Gut zu wissen.

Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie mir einfach, ich antworte meist innerhalb von 24 Stunden.

Kein Werkzeug misst die Nennung exakt, weil die Antworten schwanken. Kostenlos und verlässlich ist die Drei-Fragen-Methode mit einer Tabelle. Ergänzend zeigen Search Console und die Statistik des Google-Unternehmensprofils, ob die Quellen stimmen.

Alle vier bis sechs Wochen, immer mit denselben Fragen und in denselben Systemen. Häufiger bringt nichts, weil die Systeme Seiten nicht täglich neu lesen.

Ja, das ist ein Zwischenschritt. Das System kennt Ihre Seite und hält sie für relevant. Der nächste Schritt ist, dass die Inhalte so klar sind, dass das System Sie auch namentlich als Empfehlung nennt.

Nein. Ihre eigenen Anfragen verändern nicht, was das System anderen antwortet. Einfluss haben nur die Quellen: Website, Google-Profil, Verzeichnisse, Bewertungen.

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