Wie ChatGPT und Co. Anbieter auswählen
Ein KI-System hat keine Liste aller Zahnärzte in Leverkusen im Kopf. Wenn Sie ChatGPT mit Websuche, Perplexity oder den Google KI-Modus nach einem Anbieter fragen, läuft im Hintergrund eine Suche: Das System holt sich aktuelle Quellen, liest sie, gleicht sie ab und formuliert daraus eine Antwort. Quellen sind Websites, Google-Unternehmensprofile, Branchenverzeichnisse, Bewertungsportale und gelegentlich Presseartikel.
Aus diesen Quellen wählt das System die Anbieter, bei denen drei Dinge zusammenpassen: Die Leistung passt zur Frage, der Ort passt zur Frage, und die Angaben sind in mehreren Quellen gleich. Ein Betrieb, der auf der Website „Zahnarzt Leverkusen“ schreibt, im Google-Profil aber unter einer alten Adresse in Köln steht, fällt durch. Ein Betrieb, der überall gleich beschrieben ist, wird eher genannt.
Wichtig zu wissen: Die Antwort ist nicht stabil. Dieselbe Frage kann heute drei Namen nennen und morgen zwei andere. Wer Ihnen eine feste Nennung verspricht, verspricht etwas, das das System nicht hergibt. Was sich beeinflussen lässt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie dabei sind.
Was Ihre Website dafür liefern muss
Die KI zitiert, was sie lesen und verstehen kann. Vier Dinge sind dafür entscheidend.
Erstens: Antworten statt Schlagworte. Eine Leistungsseite, die nur „Implantologie, Prophylaxe, Ästhetik“ auflistet, gibt der KI nichts, was sie auf die Frage „Zahnarzt, der Angstpatienten behandelt“ beziehen kann. Eine Seite, die in drei Sätzen erklärt, wie Sie mit Angstpatienten umgehen, schon.
Zweitens: Ort und Leistung zusammen. Stadtteil, Adresse und Einzugsgebiet gehören in den Text, nicht nur ins Impressum. „Unsere Praxis in Leverkusen-Schlebusch“ ist für die KI ein klares Signal; ein Ortsname im Seitentitel allein reicht nicht.
Drittens: strukturierte Daten. Mit Schema.org-Auszeichnung teilen Sie Maschinen mit, was Ihr Betrieb ist, wo er sitzt, welche Leistungen er anbietet und wer dahintersteht. Das ersetzt keinen Text, macht die Fakten aber eindeutig.
Viertens: technische Zugänglichkeit. Inhalte, die erst per Skript nachgeladen werden, Texte in Bildern oder eine robots.txt, die KI-Crawler aussperrt, machen Sie unsichtbar. Welche Crawler es gibt und wie Sie sie steuern, erkläre ich im Beitrag llms.txt, Schema.org und KI-Crawler.
Google-Profil, Verzeichnisse, Bewertungen
Die Website ist eine Quelle von mehreren. Der Google KI-Modus und die KI-Übersichten setzen direkt auf dem Google-Unternehmensprofil auf; ChatGPT und Perplexity lesen Verzeichnisse und Bewertungsportale mit. Deshalb zählt, dass Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Leistungen in allen diesen Quellen identisch sind. Ein Buchstabendreher im Straßennamen oder eine zweite, verwaiste Profilseite können reichen, damit das System zwei verschiedene Betriebe vermutet.
Bewertungen wirken doppelt: Sie sind ein Signal für die Systeme, und die KI zitiert gelegentlich daraus („wird für den freundlichen Umgang mit Kindern gelobt“). Echte Bewertungen mit Antworten sind darum wertvoll. Gekaufte Bewertungen sind tabu; sie sind wettbewerbsrechtlich angreifbar und fallen den Systemen zunehmend auf. Wie Sie zu echten Bewertungen kommen, steht im Beitrag Mehr Google-Bewertungen bekommen.
Selbst prüfen: der Fünf-Minuten-Test
Sie können heute Abend selbst sehen, wo Sie stehen. Stellen Sie drei Fragen, so wie ein Kunde sie stellen würde, nacheinander an ChatGPT (mit eingeschalteter Websuche), Perplexity und den KI-Modus von Google:
- „Welcher [Ihre Leistung] in [Ihr Ort] ist empfehlenswert?“
- „[Ihre Leistung] in [Ihr Stadtteil], der [eine Besonderheit, die Sie bieten]“
- „Was weißt du über [Ihr Betriebsname] in [Ihr Ort]?“
Notieren Sie, wer genannt wird und mit welchen Angaben. Bei der dritten Frage sehen Sie, welche Fakten die Systeme über Sie haben, und ob sie stimmen. Alte Öffnungszeiten, eine frühere Adresse oder eine Leistung, die Sie nicht mehr anbieten, sind Hinweise auf widersprüchliche Quellen im Netz. Genau diese Liste ist der Ausgangspunkt für jede Verbesserung.
Was nicht funktioniert
Ein paar Dinge sehe ich immer wieder, und sie helfen nicht. Massenhaft KI-generierter Text ohne Substanz: Die Systeme erkennen Muster, und die Seiten beantworten am Ende doch keine Frage. Versteckte Textblöcke oder Keyword-Listen im Fußbereich: alt, wirkungslos, im schlimmsten Fall schädlich. „KI-Optimierung“ als Ersatz für die Grundlagen: Wer bei Google nicht sauber aufgestellt ist, wird auch im Google KI-Modus nicht genannt, weil dieser denselben Index nutzt.
Was funktioniert, ist unspektakulär: klare Leistungsseiten, die Fragen beantworten, eindeutiger Ortsbezug, einheitliche Fakten in allen Quellen, strukturierte Daten, echte Bewertungen. Das ist Handwerk, kein Trick. Wie ich es umsetze, steht auf der Leistungsseite KI-Sichtbarkeit.
ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google sind Marken der jeweiligen Anbieter. Ich stehe mit keinem dieser Anbieter in einer Partnerschaft und habe keinen Einfluss darauf, was ihre Systeme antworten.
